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Weltkongress für Psychomotorik 2000

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Weltkongress Psychomotorik

Straßburg
21. Mai 2000

Über 1200 Teilnehmer aus 25 Ländern nahmen vom 19. bis 21.Mai am Weltkongress der Psychomotoriker teil, der unter dem Leitthema: „Psychomotorik im Wandel der Gesellschaft an der Schwelle ins 3. Jahrtausend“ stand.

230 Referenten nutzten die Gelegenheit, durch ihre Beiträge die Folgen des schnellen industriellen Fortschritts auf die gesellschaftlichen Strukturen in ihren Ländern, deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschen sowie mögliche präventive, rehabilitative und therapeutische Maßnahmen zu analysieren. In zahlreichen praktischen Workshops konnten die Teilnehmer aktuelle Ansätze psychomotorischer Praxis kennen lernen. Ein intensiver persönlicher Austausch zeigte die differenzierte Entwicklung der Psychomotorik in den einzelnen Ländern auf aber auch die große Chance voneinander zu lernen.

Einstimmig verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Abschlussveranstaltung eine Resolution, durch die sie die Öffentlichkeit und vor allem die Politiker auf ihre Arbeit aufmerksam machen möchten:

Resolution:

Der rapide Fortschritt von Forschung und Technik und die damit verbundenen Veränderungen von Handel und Wirtschaft bewirken weltweit grundlegende Wandlungsprozesse der Lebensbedingungen der Menschen. Dieser fortschreitende Prozess bewirkt neben vielen möglichen Annehmlichkeiten auch bedeutende negative Auswirkungen, die das soziale und das Gesundheitsverhalten der Menschen beeinträchtigen können. So zeigen Untersuchungen u.a. eine gravierende Zunahme von Entwicklungsstörungen im Kindesalter, von psychomotorischen Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter auf, die zu Erkrankungen und frühzeitiger Unselbständigkeit im dritten Lebensabschnitt führen können. Nur rechtzeitige präventive Maßnahmen können aufwendige und kostenintensive rehabilitative und therapeutische Maßnahmen vermeiden, die das Gesundheitswesen belasten werden.

Mit ihrem differenzierten Wissen über die engen Zusammenhänge von leiblichem Befinden, Wahrnehmungs- und Bewegungsverhalten und Persönlichkeitsentwicklung des Menschen können die intensiv ausgebildeten Psychomotoriker hier einen bedeutenden Beitrag leisten, der von keinem anderen Beruf in so wirksamer Weise erbracht werden kann.
Die Teilnehmer des „Weltkongresses für Psychomotorik“ fordern daher die Politiker, vor allem die Gesundheitspolitiker auf, in ihren Ländern

• die Einrichtung einer spezifischen Ausbildung zum Psychomotoriktherapeuten zu unterstützen,

• das Berufsbild des Psychomotorikers abzusichern und zu schützen (wie dies bisher beispielhaft in Frankreich geschehen ist) und

• die präventiven, rehabilitativen und therapeutischen Leistungen des Psychomotorikers über die Kranken und Rentenversicherungen zu finanzieren.
 
 
     
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